Sehnenpathologies des Fusses und Sprunggelenks

Achillessehnen Pathologien – Ursachen, Symptome & Behandlung

Was sind Achillessehnenpathologien?

Die Achillessehne ist die stärkste und größte Sehne des menschlichen Körpers und verbindet die Wadenmuskulatur (Musculus gastrocnemius und soleus) mit dem Fersenbein (Calcaneus). Sie spielt eine entscheidende Rolle beim Gehen, Laufen und Springen.

Achillessehnenpathologien umfassen verschiedene Erkrankungen der Sehne, die zu Schmerzen, Steifheit, Entzündungen oder sogar einem Riss führen können. Diese Erkrankungen entstehen häufig durch Überlastung, degenerative Veränderungen oder akute Verletzungen und betreffen insbesondere Sportler und aktive Personen.

 

Häufige Achillessehnenpathologien

 

1. Achillessehnenentzündung (Achilles-Tendinitis – akute Entzündung der Sehne)

Die Achillessehnenentzündung ist eine akute Entzündung der Sehne, die meist durch Überlastung oder eine plötzliche Steigerung der körperlichen Aktivität entsteht. Sie tritt häufig bei Läufern und Sportlern auf, die intensive Belastungen durchführen.

Ursachen einer Achillessehnenentzündung:

  • Plötzliche Steigerung der Trainingsintensität
  • Überlastung durch wiederholte Belastungen
  • Falsches Schuhwerk oder Training auf harten Oberflächen
  • Verkürzte Wadenmuskulatur, die die Sehne zusätzlich belastet

Symptome einer Achillessehnenentzündung:

Schmerzen und Schwellungen in der Achillessehne, besonders nach dem Sport
Steifheit am Morgen oder nach Ruhephasen
Druckempfindlichkeit entlang der Sehne
Schmerzen beim Laufen, Springen oder Abdrücken des Fußes

Behandlung einer Achillessehnenentzündung:

 Schonung und Belastungsreduktion – Vermeidung intensiver Aktivitäten
 Eisbehandlung – Zur Verringerung von Entzündung und Schmerzen
 Dehn- und Kräftigungsübungen – Zur Verbesserung der Flexibilität und Reduktion der Sehnenbelastung
 Orthopädische Einlagen oder Fersenkeile – Zur Entlastung der Sehne
 NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) – Zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen

 

2. Achillessehnendegeneration (Achilles-Tendinose – chronische Schädigung der Sehne)

Achilles-Tendinose ist eine chronische Erkrankung der Sehne, die durch degenerative Veränderungen infolge von Mikrotraumata und unzureichender Heilung entsteht. Im Gegensatz zur Achillessehnenentzündung handelt es sich nicht um eine entzündliche Erkrankung, sondern um eine degenerative Veränderung der Sehnenstruktur.

Ursachen der Achillessehnendegeneration:

  • Wiederholte Mikroverletzungen durch Überlastung
  • Altersbedingte Verringerung der Sehnenelastizität
  • Fußfehlstellungen wie Überpronation (Knick-Senkfuß)
  • Langfristige Überbeanspruchung ohne ausreichende Erholung

Symptome der Achillessehnendegeneration:

Anhaltende Schmerzen und Steifheit in der Achillessehne
Verdickung oder Knotenbildung in der Sehne
Schmerzen, die sich während der Aktivität verschlechtern, aber nach dem Aufwärmen bessern
Reduzierte Beweglichkeit und Kraft im betroffenen Bein

Behandlung der Achillessehnendegeneration:

 Exzentrisches Training – Bewährte Methode zur Verbesserung der Sehnenheilung
 Stoßwellentherapie (ESWT) – Kann die Regeneration der Sehne stimulieren
 PRP (Plättchenreiches Plasma)-Injektionen – Förderung der Heilung in chronischen Fällen
 Einlagen und Anpassung des Schuhwerks – Verbesserung der Fußmechanik
 Chirurgische Sehnendebridement – Bei schweren Fällen mit erheblicher Sehnendegeneration

 

3. Achillessehnenriss (Teilweise oder vollständige Ruptur der Sehne)

Ein Achillessehnenriss ist eine schwere Verletzung, bei der die Sehne teilweise oder vollständig reißt, meist durch eine plötzliche, kraftvolle Bewegung. Diese Verletzung tritt häufig bei Mittel- bis Hochleistungssportlern auf, insbesondere bei Sportarten mit explosiven Bewegungen wie Sprinten, Springen oder plötzlichen Richtungswechseln.

Ursachen eines Achillessehnenrisses:

  • Plötzliche Beschleunigungs- oder Abbremsbewegungen
  • Vorbestehende Achillessehnenerkrankungen wie Tendinose
  • Unzureichendes Aufwärmen vor sportlicher Aktivität
  • Langfristige Kortisonbehandlung, die die Sehne schwächen kann

Symptome eines Achillessehnenrisses:

 Plötzlicher, stechender Schmerz, oft mit einem hörbaren „Knall“ oder „Schnappen“
Unfähigkeit, sich auf die Zehenspitzen zu stellen
Schwellung und Blutergüsse um die Sehne
Eine spürbare Lücke in der Sehne
Schwierigkeiten beim Gehen, insbesondere beim Abstoßen des Fußes

Behandlung eines Achillessehnenrisses:

 Nicht-operative Behandlung (bei Teilrupturen oder wenig aktiven Patienten):

  • Ruhigstellung mit einer Orthese in Spitzfußstellung
  • Stufenweise physiotherapeutische Rehabilitation

 Operative Behandlung (bei vollständigen Rissen oder aktiven Patienten):

  • Offene Sehnennaht – Klassische chirurgische Methode mit direkter Vernähung
  • Minimalinvasive (perkutan) Rekonstruktion – Kleinere Schnitte, schnellere Heilung
  • Sehnenrekonstruktion mit Sehnentransplantat – Bei großen Defekten oder chronischen Rissen

Postoperative Rehabilitation:

  • Frühfunktionelle Nachbehandlung
  • Physiotherapie zur Wiederherstellung von Kraft und Beweglichkeit
  • Rückkehr zum Sport nach ca. 6–12 Monaten, abhängig vom Heilungsverlauf

 

4. Insertionale Achillessehnenpathologie (Schädigung des Sehnenansatzes am Fersenbein)

Diese Erkrankung betrifft den unteren Teil der Achillessehne, wo sie am Fersenbein ansetzt, und ist häufig mit Knochenanbauten (Haglund-Ferse) verbunden.

Ursachen:

  • Chronische Überlastung und mechanischer Stress
  • Falsches Schuhwerk mit zu hohem Fersendruck
  • Verkürzte Wadenmuskulatur
  • Haglund-Exostose (Knochenvorsprung an der Ferse)

Symptome:

Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der Fersenrückseite
Schwellung und Verdickung der Sehne am Ansatzpunkt
Morgensteifigkeit
Verstärkte Schmerzen bei Belastung oder engem Schuhwerk

Behandlung:

 Exzentrische Dehnübungen – Zur Stärkung der Sehne
 Fersenkeile oder Schuheinlagen – Zur Entlastung der Sehne
 Stoßwellentherapie (ESWT) – Kann Heilung fördern und Schmerzen lindern
 Operative Entfernung von Knochenanbauten – Bei schweren Fällen

 

Fazit

Achillessehnenpathologien reichen von akuten Entzündungen über chronische Degeneration bis hin zu kompletten Rissen. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung – konservativ oder operativ – sind entscheidend für eine optimale Heilung und volle Wiederherstellung der Funktion.

Haben Sie Schmerzen oder Beschwerden in der Achillessehne? Kontaktieren Sie mich für eine individuelle Beratung und Therapie!

Pathologien der Tibialis-posterior-Sehne – Ursachen, Symptome & Behandlung

Was ist die Tibialis-posterior-Sehne?

Die Tibialis-posterior-Sehne verläuft an der Innenseite des Sprunggelenks und setzt am Fußgewölbe an. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des medialen (inneren) Fußgewölbes und unterstützt das normale Gehen und Stehen.

Diese Sehne ermöglicht die Supination (Einwärtsdrehung) und Plantarflexion des Fußes und ist besonders aktiv während der Standphase des Gangs.
Wenn die Sehne geschwächt, überlastet oder gerissen ist, führt dies zu Schmerzen, Schwellung und einem allmählichen Absinken des Fußgewölbes – ein Zustand, der als posteriore Tibialis-Sehnen-Dysfunktion (PTTD) bekannt ist.

 

Was ist die posteriore Tibialis-Sehnen-Dysfunktion (PTTD)?

Die PTTD ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der die Tibialis-posterior-Sehne entzündet, degenerativ verändert oder gerissen ist. Dies führt zu einem Zusammenbruch des medialen Längsgewölbes und letztlich zu einem erworbenen Plattfuß.

Sie ist eine der häufigsten Ursachen für einen erworbenen Plattfuß im Erwachsenenalter, insbesondere bei Frauen über 40 Jahren.

 

Ursachen von Pathologien der Tibialis-posterior-Sehne

  • Überlastung oder repetitive Belastung – z.B. bei Läufern, Tänzern oder Sportlern
  • Akutes Trauma – z.B. durch Umknickverletzungen
  • Degenerative Veränderungen im Alter – Sehnendegeneration (Tendinose)
  • Fehlstellungen des Fußes – insbesondere Platt- oder Knickfuß
  • Entzündliche Grunderkrankungen – z.B. rheumatoide Arthritis
  • Übergewicht oder langes Stehen – erhöht die Belastung auf die Sehne

 

Symptome einer Tibialis-posterior-Sehnen-Dysfunktion

 Schmerzen an der Innenseite des Sprunggelenks und Fußes
 Schwellung hinter oder unter dem Innenknöchel
 Senkung des Fußgewölbes – sichtbarer Plattfuß
 Auswärtskippung der Ferse (Valgusstellung)
 Unfähigkeit, auf dem betroffenen Bein auf die Zehenspitzen zu stehen
 Fußmüdigkeit oder Schmerzen nach längerem Gehen oder Stehen

Im Verlauf der Erkrankung werden die Fehlstellung und Funktionsstörung zunehmend ausgeprägt und das Gehen kann erschwert sein.

 

Einteilung in Stadien

Die PTTD wird in vier Stadien eingeteilt:

  • Stadium I – Entzündung der Sehne ohne Fußfehlstellung
  • Stadium II – Teilruptur der Sehne mit flexibler Plattfußdeformität
  • Stadium III – Rigid (unbeweglicher) Plattfuß mit degenerativer Sehnenschädigung
  • Stadium IV – Beteiligung des Sprunggelenks mit Arthrose und Fehlstellung

 

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt klinisch und wird durch bildgebende Verfahren gestützt:

  • Inspektion des Fußgewölbes und Gangbildes
  • „Too-many-toes“-Zeichen – sichtbare Zehen von hinten durch Vorfußabduktion
  • Einbeiniger Zehenstand-Test – Unfähigkeit, die Ferse anzuheben, deutet auf eine Sehnendysfunktion hin
  • Ultraschall oder MRT – zur Beurteilung von Entzündung und Sehnenschädigung
  • Röntgen – zur Darstellung von Gelenkstellung und knöchernen Veränderungen

 

Therapiemöglichkeiten

 

Konservative Behandlung

In Stadium I–II kann eine nicht-operative Therapie erfolgreich sein. Ziel ist die Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Unterstützung des Fußgewölbes.

 Anpassung der Aktivität – Reduktion belastender Sportarten
 Orthopädische Einlagen oder Unterschenkelorthesen (AFO) – zur Stabilisierung und Korrektur
 NSAR – zur Schmerzlinderung
 Physiotherapie – Kräftigung der Tibialis-posterior-Muskulatur und Verbesserung der Biomechanik
 Gewichtsreduktion – zur Entlastung des Rückfußes

 

Operative Behandlung

Eine Operation ist angezeigt bei:

  • Therapieresistenz trotz konservativer Maßnahmen
  • Zunehmender Deformität oder kompletter Sehnenruptur
  • Stadium II oder höher

Mögliche Operationsverfahren:

🔹 Debridement und Sehnennaht – bei Teilrupturen im Frühstadium
🔹 Sehnentransfer (z.B. FDL-Transfer) – bei irreparabler Sehnenschädigung
🔹 Kalkaneus-Osteotomie – Korrektur der Fersenstellung zur Stabilisierung des Fußgewölbes
🔹 Versteifung des medialen Fußstrahls – bei Kollaps der Fußwurzelgelenke
🔹 Triple-Arthrodese – Versteifung dreier Fußgelenke bei fortgeschrittener Fehlstellung (Stadium III)
🔹 Rekonstruktion des Deltabandes – bei Beteiligung des oberen Sprunggelenks (Stadium IV)

Nachbehandlung:

  • Ruhigstellung mit Gips oder Orthese für ca. 6–8 Wochen
  • Stufenweise Belastungsaufbau mit Physiotherapie
  • Rückkehr zu Alltagsaktivitäten je nach OP-Verfahren nach 3–6+ Monaten

 

Was passiert ohne Behandlung?

Wird eine posteriore Tibialis-Sehnen-Dysfunktion nicht behandelt, kann dies zu folgenden Komplikationen führen:
 Zunehmende Plattfußdeformität
 Ruptur der Sehne und irreversible Schädigung
 Chronische Schmerzen im Fuß und Sprunggelenk
 Arthroseentwicklung in Fuß- und Sprunggelenk
 Gangstörungen und Mobilitätseinschränkungen

 

Fazit

Die posteriore Tibialis-Sehnen-Dysfunktion ist eine häufige und oft unterschätzte Ursache für den erworbenen Plattfuß im Erwachsenenalter. Eine frühe Diagnose und zielgerichtete Therapie können den Verlauf deutlich verlangsamen oder sogar stoppen. In fortgeschrittenen Stadien ermöglicht die chirurgische Korrektur eine Wiederherstellung der Fußform, Schmerzreduktion und funktionelle Verbesserung.

Haben Sie Schmerzen an der Innenseite des Sprunggelenks oder einen zunehmenden Plattfuß?
Kontaktieren Sie mich für eine persönliche Untersuchung und ein individuelles Behandlungskonzept!

Peronealsehnen-Pathologien – Ursachen, Symptome & Behandlung

Was sind die Peronealsehnen?

Die Peronealsehnen (auch Fibularissehnen genannt) verlaufen an der Außenseite des Sprunggelenks, hinter dem Außenknöchel (Malleolus lateralis).

  • Die Musculi peroneus longus und brevis entspringen am Unterschenkel und sorgen für die Stabilisierung des Sprunggelenks, insbesondere beim Verhindern des Umknickens (Inversion), sowie für die Eversion und Plantarflexion des Fußes.
  • Sie spielen eine wichtige Rolle bei der dynamischen Stabilität des Sprunggelenks, vor allem beim Gehen, Laufen und bei schnellen Richtungswechseln im Sport.

Bei Überlastung, Verletzungen oder Instabilität kann es zu Schmerzen, Schwäche oder Instabilität im Bereich der Sehnen kommen.

 

Häufige Peronealsehnen-Pathologien

 

1. Peronealsehnenentzündung (Peronealsehnen-Tendinitis)

Die Peronealsehnenentzündung ist eine akute Entzündung der Sehnen, meist ausgelöst durch Überlastung oder biomechanische Fehlbelastung. Besonders betroffen sind Läufer, Ballsportler oder Patienten mit Fußfehlstellungen.

Ursachen:

  • Überlastung oder wiederholte Belastung
  • Fehlendes oder ungeeignetes Schuhwerk
  • Chronische Sprunggelenksinstabilität oder frühere Umknickverletzungen
  • Hohlfußstellung (Pes cavovarus)

Symptome:

Schmerzen an der Außenseite des Sprunggelenks, besonders hinter dem Außenknöchel
Schwellung oder Überwärmung entlang der Sehnen
Belastungsabhängige Schmerzen
Gefühl von Instabilität beim Gehen oder Laufen

Behandlung:

Schonung und Reduktion belastender Aktivitäten
Kühlung und NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika)
Physiotherapie zur Kräftigung und Verbesserung der Beweglichkeit
Bandagen oder Taping zur Stabilisierung
Einlagen oder Schuhanpassung zur Korrektur der Fehlbelastung

 

2. Peronealsehnendegeneration (Peronealsehnen-Tendinose)

Die Tendinose ist eine chronische Degeneration der Sehne, ausgelöst durch wiederholte Mikrotraumata und eine gestörte Heilungsreaktion. Es handelt sich um einen nicht-entzündlichen, degenerativen Prozess.

Symptome:

Dumpfe, anhaltende Schmerzen an der Außenseite des Sprunggelenks
Gefühl von Verhärtung oder Verdickung der Sehne
Morgensteifigkeit oder Schmerzen nach Ruhephasen
Belastungsbedingte Beschwerden beim Sport oder langem Stehen

Behandlung:

Exzentrisches Training zur Förderung der Sehnenheilung
Orthopädische Einlagen zur Entlastung der Sehnen
Stoßwellentherapie (ESWT) in ausgewählten Fällen
PRP-Injektionen bei chronischen Verläufen (optional)
Chirurgische Therapie bei therapieresistenten Beschwerden (z.B. Sehnendebridement oder -rekonstruktion)

 

3. Peronealsehnensubluxation oder -luxation

Dabei rutschen die Sehnen aus ihrer normalen Position hinter dem Außenknöchel heraus, meist durch einen Riss oder eine Schwäche des Retinakulum (Halteband der Sehnen). Diese Instabilität tritt häufig nach einem Trauma oder durch wiederholte Belastung auf.

Ursachen:

  • Akute Traumata (z.B. Umknicken)
  • Chronische Sprunggelenksinstabilität
  • Angeborene flache Gleitfurche am Wadenbein
  • Unzureichende Heilung nach Bänderverletzungen

Symptome:

Schnappendes Gefühl oder hörbares „Klicken“ hinter dem Außenknöchel
Instabilität, besonders bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln
Schwellung und Druckschmerz hinter dem Außenknöchel
Wiederholtes Herausspringen der Sehne bei Belastung

Behandlung:

Ruhigstellung mit Orthese oder Walker (bei Erstereignis)
Physiotherapie zur Verbesserung von Kraft, Stabilität und Propriozeption
Operative Stabilisierung bei chronischer Instabilität:

  • Naht oder Rekonstruktion des Retinakulum
  • Vertiefung der Gleitfurche am Wadenbein (Grooveplastik)
  • Sehnenrefixation oder -rekonstruktion bei Schäden

 

4. Peronealsehnenriss

Ein Riss kann eine oder beide Sehnen betreffen, meist nach chronischer Überlastung oder als Folge einer Instabilität bzw. Subluxation.

  • Besonders häufig ist ein Längsriss der Peroneus-brevis-Sehne.

Symptome:

Anhaltende Schmerzen an der lateralen Sprunggelenksseite trotz Schonung
Schwellung oder „Füllung“ hinter dem Außenknöchel
Kraftverlust bei Eversion (Außenrotation) des Fußes
Schmerzen beim Abstoßen oder bei schnellen Bewegungen

Behandlung:

Zunächst konservativ mit Ruhe, Physiotherapie, Bandage
Bildgebung (z.B. MRT) zur Sicherung der Diagnose
 Chirurgische Sehnennaht oder -rekonstruktion bei anhaltenden Beschwerden oder funktioneller Einschränkung

 

Was passiert, wenn Peronealsehnen-Pathologien unbehandelt bleiben?

Unbehandelte Verletzungen oder Reizungen der Peronealsehnen können zu folgenden Problemen führen:

 Chronische Schmerzen an der Außenseite des Sprunggelenks
 Fortschreitende Sehnenschädigung oder Rissbildung
 Wiederholte Umknickverletzungen und Instabilität
 Fehlbelastung beim Gehen und langfristige Leistungseinbußen

Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie verbessern die Prognose deutlich und verhindern Spätfolgen.

 

Fazit

Peronealsehnen-Pathologien sind eine häufige, aber oft unterschätzte Ursache für Schmerzen und Instabilität im Sprunggelenk. Ob Entzündung, Degeneration, Instabilität oder Sehnenriss – eine individuelle, stadiengerechte Behandlung, konservativ oder operativ, ermöglicht in den meisten Fällen eine vollständige Wiederherstellung der Funktion.

Haben Sie Schmerzen oder Schwäche an der Außenseite Ihres Sprunggelenks?
Kontaktieren Sie mich für eine fachärztliche Untersuchung und ein individuelles Therapiekonzept!

Pathologien der Tibialis-anterior-Sehne – Ursachen, Symptome & Behandlung

Was ist die Tibialis-anterior-Sehne?

Die Tibialis-anterior-Sehne ist die Fortsetzung des Musculus tibialis anterior, der sich an der Vorderseite des Unterschenkels befindet. Sie verläuft entlang des Schienbeins, über den vorderen Bereich des Sprunggelenks und setzt am medialen Keilbein und ersten Mittelfußknochen an.

Ihre Hauptfunktionen sind:

  • Dorsalflexion des Fußes (Anheben des Fußes nach oben)
  • Inversion (Einwärtsdrehen der Fußsohle)
  • Stabilisierung des Fußes während der Fersenauftrittsphase beim Gehen

Eine Schädigung oder Fehlfunktion dieser Sehne kann zu Schmerzen, Schwäche, Gangstörungen oder einem sogenannten „Fußheberparese“ (Fußsenkung beim Gehen) führen.

 

Häufige Pathologien der Tibialis-anterior-Sehne

 

1. Tendinitis (Entzündung der Sehne)

Eine Tendinitis der Tibialis-anterior-Sehne entsteht meist durch Überlastung, insbesondere bei Aktivitäten mit wiederholter Dorsalflexion wie Laufen, Bergabgehen oder Treppensteigen.

Ursachen:

  • Plötzliche Steigerung der Aktivität oder Trainingsintensität
  • Ungeeignetes Schuhwerk oder harte Untergründe
  • Biomechanische Fehlstellungen
  • Verkürzte Wadenmuskulatur oder Überlastung des vorderen Unterschenkelkompartiments

Symptome:

Schmerzen und Schwellung an der Vorderseite des Sprunggelenks oder Schienbeins
Schmerzen bei aktiver Dorsalflexion oder beim Bergabgehen
Druckschmerz entlang des Sehnenverlaufs
Verdickung der Sehne bei chronischen Verläufen

Behandlung:

Schonung und Belastungsreduktion
Kühlung und entzündungshemmende Medikamente
Dehnungs- und Kräftigungsübungen
Schuhanpassungen oder Einlagen
Physiotherapie

 

2.Tendinose (Degenerative Veränderung)

Die Tendinose ist eine chronische, nicht-entzündliche Degeneration der Sehne, ausgelöst durch wiederholte Mikroverletzungen ohne ausreichende Heilung.

Symptome:

Belastungsabhängige, dumpfe Schmerzen – v.a. morgens
Verdickung oder Knotenbildung entlang der Sehne
Kraftminderung bei aktiver Dorsalflexion
Zunehmende Schwäche oder Beschwerden

Behandlung:

Exzentrisches Krafttraining
Stoßwellentherapie bei ausgewählten Fällen
Biomechanische Korrektur durch Einlagen
PRP-Injektionen (optional)
Operatives Debridement bei therapieresistenten Beschwerden

 

3.Teilriss oder Ruptur der Sehne

Obwohl selten, kann es zu einem Teil- oder Komplettabriss der Tibialis-anterior-Sehne kommen – meist bei älteren Patienten oder nach einem Trauma.

Ursachen:

  • Direkte Verletzungen oder Schnittverletzungen
  • Spontanrupturen infolge degenerativer Veränderungen
  • Kortisoninjektionen oder systemische Erkrankungen (z.B. Diabetes, rheumatoide Arthritis)

Symptome:

Plötzlicher Kraftverlust bei Fußhebung (Fußheberparese)
Schwellung und Bluterguss im Bereich des vorderen Sprunggelenks
Tastbare Lücke im Sehnenverlauf
Schlurfender oder „klatschender“ Gang mit Zehenhängen

Behandlung:

In der Regel operative Sehnennaht oder Sehnenrekonstruktion
Nachbehandlung mit Ruhigstellung und stufenweisem Belastungsaufbau
Bei geringem funktionellem Anspruch kann eine konservative Therapie erwogen werden

 

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt durch:

  • Klinische Untersuchung – Schwäche bei aktiver Dorsalflexion, Gangbildanalyse
  • Ultraschall oder MRT – zur Beurteilung von Entzündung, Degeneration oder Ruptur
  • EMG/NLG (Elektromyographie) – zum Ausschluss neurologischer Ursachen bei Fußheberparese

 

Rehabilitation

Ob konservativ oder operativ – die Rehabilitation ist entscheidend für die Wiederherstellung der Funktion:
Beweglichkeits- und Kräftigungsübungen
Ganganalyse und -korrektur
Koordinationstraining bei Fußheberparese
Stufenweiser Belastungsaufbau über mehrere Wochen

 

Was passiert ohne Behandlung?

Unbehandelte Verletzungen der Tibialis-anterior-Sehne können zu folgenden Komplikationen führen:
Anhaltende Schmerzen und Schwellung
Kraftverlust oder fortschreitende Fußheberparese
Abnorme Gangmuster und Fehlbelastung anderer Gelenke
Chronische Funktionseinschränkungen

 

Fazit

Pathologien der Tibialis-anterior-Sehne sind zwar seltener als andere Sehnenerkrankungen, können jedoch erhebliche Einschränkungen des Gangbildes und der Lebensqualität verursachen. Eine frühzeitige Diagnose und individuell angepasste Therapie – konservativ oder operativ – sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die Funktion wiederherzustellen.

Haben Sie Schmerzen oder Schwäche an der Vorderseite des Sprunggelenks?
Vereinbaren Sie gerne einen Termin zur exakten Abklärung und individuellen Behandlung.